Buch

Am Rande Berlins lebt die Intelligenz

Kleinmachnow, mein Großvater und die Reklame fürs Volk

250 Seiten, gebunden
Preis: 25,00 €
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Auch erhältlich als Ebook

Als sich der Werbegrafiker Andreas Nießen (1906–1996) in die bereits bei UFA-Größen wie Heinrich George oder Heinz Rühmann und später führenden »Kulturschaffenden« wie Christa Wolf beliebte Künstlersiedlung zurückzog, hatte er bewegte Jahre hinter sich. Er leitete die Eigenwerbung des einflussreichen Berliner Zeitungsverlags Mosse, erhielt 1937 Berufsverbot wegen der Ehe mit der Jüdin Ella Mayer, die nach der Flucht mit der gemeinsamen Tochter nach Amsterdam nur knapp der Deportation in ein Vernichtungslager entging. Er überstand den Einsatz in der Propagandakompanie an der Ostfront und zog 1954 mit seiner zweiten Familie an den Rand Berlins, wo er sich neu erfand als Gestalter von Auftragswerbung für Volkseigene Betriebe und DDR-Ministerien. Als seine Arbeiten als »unsozialistisch« verworfen wurden, geriet er in die Fänge der Staatssicherheit, die ihn als Kopf eines oppositionellen Kreises von Künstlern und Intellektuellen überwachte. Kleinmachnow als zeitentrücktem Ort kam dabei eine vergleichbare Rolle für die sozialen Interaktionen im Künstlermilieu zu wie etwa dem Weißen Hirsch in Dresden für das dortige Akademikermilieu, das sich vom Sozialismus abkapselte – und durch seine Inselbildung zugleich gut für diesen sichtbar war.

Am Rande Berlins lebt die Intelligenz erzählt die Geschichte eines tief in das 20. Jahrhundert verwickelten Künstlerdaseins. Es ist die Geschichte eines Überlebens und der politischen Kompromisse in der Kultur- und Medienszene von der Weimarer Republik bis zur Wiedervereinigung. 

Buch
ISBN: 978-3-7518-8050-3
Verlag: Friedenauer Presse
Erscheint vorauss.: 02.10.2025
Schlagworte: Nationalsozialismus, DDR, Werbung, Kunst, Familiengeschichte, Judentum, Kompromittierung, Mitläufertum, Opportunismus, Weimarer Republik, Deutschland, Bunderespublik
  • Andreas Möller

    Andreas Möller, 1974 in Rostock geboren, befasst sich seit seiner Doktorarbeit zur Naturliebe und Technikkritik der Deutschen während der Weimarer Republik (»Aurorafalter und Spiralnebel. Naturwissenschaft und Publizistik bei Martin Raschke 1930-1932«, 2005) mit dem Verhältnis von Gesellschaft und ... mehr

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