Lesung und Gespräch

Sebastian Unger liest aus »Das Pferd als sein eigener Reiter«

Montag 24.02.2025, 20:00 Uhr, Lettrétage, Berlin

UKRAINE, FEB 24TH / TO COMMEMORATE A DAY NOT PASSING

This multi-media art event (video art, zines, poetry, narration and music) brings together a variety of artists, both from Ukraine and Germany and mixed, from different backgrounds and styles as a performative reflection. How, challenging the idea that something that breaks down the social order can become normality, must artistic practice radically realign itself? How to work artistically at all, when work contains normality, in the shadow of a war? What about those who have to live in exile and/or suffer from the representational logics of the war? What do confessional symbolisms do to the question of representing the unrepresentable? Can the commemoration of this day be left to politics? Beyond the daily discursive orientations in the recollection and without any confinement of false completeness, the event will provide space for artistic works to stand side by side, as a moment of self assurance of complexity of resistance and grasp.

Klettergewandt und tollkühn begibt sich Sebastian Unger in die Gerüste unserer zerbrechenden Naturkonzeption. Die Natur steht physisch am vorläufigen Ende ihrer häuslich um den Menschen herum gedachten Belastbarkeit. Aber selbst wenn es gelingen sollte, sie erneut artgerecht zu vertäuen und wetterfest zu machen, wird sie uns nicht mehr länger vor einem Totalzusammenfall mit unserer ökonomischen Sphäre bewahren. Sebastian Unger fragt in seinen literarischen Essays und Prosaminiaturen, ob nicht gerade das derzeit so stigmatisierte »Andere der Natur« zugleich auch die einzige Quelle ist, die dem Menschen als wundersames Angebot seiner Selbstbegrenzung gegenübersteht. Mithilfe der ironisch gedachten Opposition von Tier und Natur nähert er sich spielerisch diesen Fragen. Dabei wird ausgerechnet die Verteidigung der Natur gegen das »Überlebenstier«, in dessen wärmendes Fell der scheinbar von sich wegzeigende Mensch hineinzuschlüpfen beginnt, zum Ausdruck einer schelmenhaften Tierliebe. Es gilt, die Ambivalenz auszuhalten, dass mit dem Naturbegriff so viel Leid entstanden ist, zugleich aber mit ihm auch das Werkzeug, es als solches zu identifizieren, ein Werkzeug, das nun mit den Naturwesen gemeinsam auf der Liste der bedrohten Arten steht, eben als die Art, Natur lesen und erkennen zu können.

Ort

Lettrétage
Veteranenstraße 21
10178 Berlin

Weitere Informationen

Eintritt: frei

zurück